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Soziale Phobie – Lampenfieber – Redeangst

Soziale Phobie – Lampenfieber – Redeangst?

Häufig werde ich von Menschen kontaktiert, die verwirrt sind durch die vielen unterschiedlichen Bezeichungen für ihre Symptome. Während der eine von Lampenfieber spricht, benennt ein anderer dies als Redeangst und ein Dritter vielleicht als Phobie oder auch als Soziale Phobie.

Hierbei ist natürlich erst einmal zu klären, wie der Betreffende selbst die Symptome erlebt – nimmt er sie als temporäre und durchaus aushaltbare Einschränkung seines (Berufs-) Lebens wahr oder ist sie für ihn schon gravierend wie eine Krankheit?

Die Unterscheide sind hier fliessend und auch eine Einordnung in die Kategorisierung des ICD-10, also des Krankheitskataloges des Gesundheitssystems nicht ganz leicht zu treffen. Unter Lampenfieber können nämlich viele verschiedene Situationen verstanden werden: manchmal berichten Klienten von Lampenfieber, wenn die Sympotome in einem Bewerbungsgespräch oder im Gespräch mit kleinen Gruppen von Menschen auftreten. Andere berichten von Unwohlsein, wenn sie auf einer Bühne vor mehr als 100 Leuten stehen, wieder andere haben Lampenfieber in einer Prüfung, sei diese mündlich oder auch schriftlich.

Die Behandlung der Symptome betrifft dies zwar nicht, doch oftmals wünscht sich der Betroffene vorab eine passende „Diagnose“, um die Thematik für sich selber besser „greifbar“ zu bekommen. Die sogenannte „Soziale Phobie“ wird im ICD-10 mit der Bezeichnung ICD-10 F40.1 katalogisiert und umfasst primär den Kontakt mit anderen Menschen im allgemeinen. Die Angstsymptomatik tritt schon beim Kontakt mit einer Einzelperson auf und steigert sich dann meist mit Anzahl der Menschen. Hierbei ist es oft noch nicht einmal nötig, ob der Betreffende etwas Besonderes vortragen muss, manchmal ist das einfache Reden und schon Blicke zu viel für den Betroffenen. Es ist grundsätzlich die Angst vor der (möglichen) Bewertung von anderen Menschen.

In der medizinischen Diagnostik wird Lampenfieber in der Form, dass es bei einem Vortrag vor grösseren Gruppen auftritt als „nicht-generalisierte soziale Phobie“ bezeichnet. Diese Bezeichnung lehnt sich an den den Diagnosekatalog DSM-IV, ist jedoch im  ICD-10 (und damit in Deutschland oftmals zu Grunde gelegten Schema) so nicht vorhanden. Bei dieser Form des Lampenfiebers wäre es also weiterhin eine soziale Phobie, die allerdings nur dann (also „nicht-generalisiert“) auftritt, wenn grosse oder auch un-überschaubare Gruppen vorhanden sind. Beim Kontakt mit Einzelpersonen oder mit Gruppen von 3-4 Personen träte sich nicht auf – wobei hier schon der Übergang unscharf wird. Sicher ist hier die subjektive Wahrnehmung des Betroffenen wichtig, ab wannn eine Gruppe von Menschen für ihn gross bzw. un-überschaubar und damit angstauslösend wird.

Der Ausdruck „Lampenfieber“ wird häufig allerdings auch genutzt, wenn eine Prüfung ansteht – sei es schriftlich oder aber mündlich vor einem oder mehreren Prüfern. In diesem Fall wird als angstauslösend häufig beschrieben, die Angst vor der Bewertung der anderen – wie es ja die Grundlage jeder Prüfung bzw. Examens ist. In diesem Fall – d.h. dem speziellen Auftreten der Angst in Prüfungssituationen wird laut ICD-10 die Diagnose „Examensangst“ gebraucht, die dort als eine Form der spezifischen/isolierten Phobien gesehen und somit unter der Klassifizierung  ICD-10 “ F40.2″ gesehen wird. Von einer isolierten bzw. spezifischen Phobie wird immer dann gesprochen, wenn eine Angst nur in einem speziellen Kontext auftritt, wie z.B. bei Anwesenheit von Tieren (Tierphobien), Situationen (Sprizenphobie, Höhenangst, etc.) oder ähnlichem. Nach dieser Argumentation tritt die Angst also nur bei Prüfungen oder Examen auf – daher wird sie als isolierte Phobie betrachten und mit diesem Diagnoseschlüssel versehen.

Sie sehen schon: hier ist die Bezeichnung nicht klar und eindeutig und je nach Sichtweise können unterschiedliche Diagnosen gestellt werden.

Unabhängig von der Diagnose sind natürlich bei jedem Klienten bzw. Patienten die entsprechenden Symptome zu analysieren – und auf diese sollte eingegangen werden – unabhängig vom genutzen Diagnoseschlüssel. Denn so vielfältig wie die Menschen sind auch die auftretenden Symptome und die Kontexte, in den sie auftreten.

Daher werden in der Praxis für Lampenfieber Köln immer individuell zu Beginn abgeklärt welche Symptome in welchen Situationen auftreten (und wann diese auch *nicht* auftreten!) um so die individuelle Vorgehensweise in Augenhöhe mit dem Klienten zu bestimmen. Nur so kann man gewährleisten, dass der optimale und damit auch effektivste Weg für den jeweiligen Menschen, der Unterstützung benötigt, eingeschlagen und realisiert wird.

Wenn Sie mehr wissen wollen, wie wir bei Redeangst, Lampenfieber, Examensangst & Co vorgehen können, so rufen Sie uns einfach an unter 0221/2043 3893 oder nutzen Sie unser Kontaktformular – so können wir gemeinsam sehen, wie Sie in der Praxis für Lampenfieber Köln bestmögliche Unterstützung auf Ihrem Weg des Gelingens erhalten können.

Ralf Rosenbaum

– Praxis für Lampenfieber Köln –
Heilpraktiker (Psychotherapie)

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Performance-Coaching

Was ist Performance-Coaching?

In meiner Praxis haben sich im Laufe der Zeit oftmals auch Musiker, Redner oder auch Schauspieler gemeldet, die nicht wirklich unter Lampenfieber leideten. Oftmals waren sie in der Lage, durchaus auf der Bühne oder bei Fernsehproduktionen „am Set“ gute Leistungen ab zu liefern. Oftmals sogar so gut, dass das Publikum immer sehr zufrieden war und so der entsprechende Künstler sehr anerkannt. Auch gab es keine wirkliche Symptomatik wie Zittern, Atemnot, Schwäche, Unkonzentriertheit, etc.. Und trotzdem hat ihnen Performance-Coaching viel gebracht.

Performance-Coaching – warum?

Allerdings lag das Problem woanders: der entsprechende Künstler wusste sehr genau, welch gutes Niveau er in der Lage war zu liefern. Oftmals ein Niveau, mit dem das Publikum in jedem Fall zufrieden war – allerdings: der Künstler selber nicht! Und dieses „unter den eigenen Ansprüchen bleiben“ hat bei vielen meiner späteren Klienten dazu geführt, dass sich eine latente Unzufriedenheit mit den eigenen Leistungen eingeschlichen hatte, frei nach dem Motto: „es ist ja prima, dass das Publikum zufrieden ist – aber ich will auch zufrieden mit mir und meinen Leistungen auf der Bühne sein!“

Die beschriebenen Probleme wurden von meinen Klienten dann beschrieben, wie z.B.: „bei den Problem bin ich viel freier bei meinen Improvisationen„, „… ich bin dann viel lockerer und bekomme viel mehr von meinen Mitspielern mit“, „ich bin viel mehr Teil der Band“ oder „wenn ich noch entspannter wäre, könnte ich mein Publikum noch besser verstehen und so abholen, wie es dies in diesem Moment braucht“.

Das Anliegen war also oftmals, die eigene Performance, sei es mit den Mitspielern, sei mit dem Publikum oder aber im inneren Gewahrsein zu steigern – hin dazu, noch mehr Erfüllung beim Auftritt oder bei der Performance spüren zu können. Und somit: mehr Freude beim Tun zu haben.

Performance-Coaching – was kann man tun?

Hier lässt sich natürlich gut auf den Methoden aufbauen, die für ein Lampenfieber-Coaching bei Angstzuständen grundlegend sind. Allerdings sollten diese beim Performance-Coaching noch stärker auf die einzelnen Ansprüche und individuellen Characteristika der Künstler modifiziert werden. Aus diesem Grunde ist es hierbei oftmals noch wichtiger, nach einem ersten grundlegenden Performance-Coaching „dran zu bleiben“ – also den Verbesserungsprozess noch länger zu begleiten. Nicht mit der Intensivität des initialen Performance-Coachings, jedoch „immer mal wieder“ auftretende Aspekte zu behandeln und so weiter zu optimieren – bis hin zu dem Ergebnis, dass der Künster nicht nur sein Publikum zufrieden stellt, sondern – was vielleicht noch wichtiger ist – sich selber zufrieden zu stellen und so die eigene Spielfreude zu steigern oder sogar nach langer Zeit wieder zu finden!

Vielleicht sind ja auch Sie in der Situation, dass Sie auf der Bühne schon Ihr Publikum zufrieden zu stellen und liefern mit grosser Konstanz ein gutes Niveau? … haben aber vielleicht im Laufe der Zeit … oder seit Anfang auf der Bühne die Spielfreude bei sich vermisst, die Sie im kleinen Rahmen oder bei den Proben haben? Dann wäre unser Performance-Coaching vielleicht etwas für Sie!

Wenn Sie mehr wissen wollen, wie wir in Ihrem Fall vorgehen können, so rufen Sie uns einfach an unter 0221/2043 3893 oder nutzen Sie unser Kontaktformular – so können wir gemeinsam sehen, wie Sie in der Praxis für Lampenfieber Köln bestmögliche Unterstützung auf Ihrem Weg des Gelingens durch Performance-Coaching erhalten können.

Ralf Rosenbaum

– Praxis für Lampenfieber Köln –
Heilpraktiker (Psychotherapie)

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Auftrittsangst bei Musikern

Was bezeichnet man als Auftrittsangst?

Die Diagnose „Auftrittsangst“ beschreibt die Angst, bei Vorführungen, Präsentationen oder anderen Auftritten vor Menschen im Fokus zu stehen und sich dann keine „gute Leistung“ zu bringen oder sich sogar peinlich oder beschämend zu verhalten. Schon im Vorfeld zum Auftritt kommt es daher häufig zu Nervosität, Unkonzentriertheit, Schlafproblemen und weiteren Symptomen. Viele meiner Patienten beschreiben als typische Frage, die man sich als Betroffener von Auftrittsangst stellt: „Was halten die Zuhörer von mir?“ oder „Was denken die Zuhörer von mir?„ oder ähnliche. Hier kann ein gezieltes Vorgehen gegen Auftrittsangst bei Musikern effizient helfen.

Auftrittsangst bei Musikern ist weit verbreitet. In diversen Studien fanden sich Häufigkeiten von 24% – mehr als 70% von Auftrittsangst bei Musikern. Hierbei ist die Abgrenzung zu einem Mangel an Selbstvertrauen nicht immer klar zu führen und hängt stark vom Grad der Einschränkung im Alltag der Betroffenen durch die Symptome ab.

Weitere Bezeichnungen für Auftrittsangst bei Musikern sind „Kameraangst“, „Mikrophonangst“, „Bühnenangst“ sowie weitere Begriffe je nach Ausprägung.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Auftrittsangst bei Musikern im ICD-10 als „spezifische Phobie“ klassifiziert unter „F.40.2“

Auftrittsangst bei Musikern – welche körperlichen oder mentalen Symptome treten oftmals auf?

Die Auftrittsangst bei Musikern zeigt sich oftmals körperlich vor oder auch während des Auftritts durch eines oder mehrere der folgenden Symptome:

– Herzrasen
– Erröten und/oder Schweißausbrüche
– Zittern und Verkrampfen
– Atemnot und Beklemmungsgefühle
– Bauchschmerzen und Übelkeit
– Schwindel

Sowie mental durch
– Unkonzentriertheit
– Vergesslichkeit
– Gedankenkreisen
– sog. Blackout
– Reizbarkeit

oder weitere Symptome …

Auftrittsangst bei Musikern – was kann man tun?:

Auftrittsangst bei Musikern und die entsprechenden Symptome hat ihren Ursprung im Unbewussten, d.h. im Unwillkürlichen des Menschen. Aus diesem Grunde ist eine Bekämpfung über den Willen oftmals schwierig, da sich das unwillkürliche Geschehen im Menschen diesem entzieht. Betroffene kennen dies meist als nicht wirklich hilfreiche Hinweise wohlmeinender Mitmenschen und deren Aussagen wie „das ist doch nicht so schlimm“, „da musst Du Dir keine Gedanken machen“ oder „da brauchst Du doch keine Angst zu haben“ etc.. Zur Behandlung existieren unterschiedliche Ansätze, so z.B. durch die Aufdeckung der auslösenden Situationen der Angst oder die oftmals genutzte Konfrontationstherapie in der Verhaltenstherapie, die auf eine „Abhärtung“ gegen die Symptome setzt. Effizienter kann allerdings die gezielte (Selbst-)Beeinflussung des Unbewussten durch Mentales Training und Hypnose eingesetzt werden, weil diese genau da ansetzen, wo und wie Ängste entstehen. So zeigt der Körper des Betroffenen nicht mehr die Angstsymptome, sondern bleibt innerlich und äußerlich gelassen und entspannt – die „Fehlinterpretation“ des Körpers kann auf diese Weise aufgelöst werden, sodass die Symptome gelindert werden oder sogar ganz verschwinden.

Dabei sind nicht nur die Sitzungen bei Auftrittsangst bei Musikern selber hilfreich, sondern auch die Eigeninitiative des Patienten wie z.B. der eigenen Anwendung bei sich zu Hause sind eine sehr gute Unterstützung. Wie viele Aspekte unserer mentalen Befindlichkeit wirkt auch hier das Gesetz der Wiederholung sehr gut. Es kann natürlich auch durch effektiven Einsatz von weiteren Therapietechniken die Wahrnehmung einer belastenden Situation der Vergangenheit verändert werden, um die Symptome der Auftrittsangst bei Musikern zu lindern.

Vielleicht haben Ihnen diese ersten kurzen Informationen hinsichtlich Auftrittsangst bei Musikern ja schon weiter geholfen. Wenn Sie mehr wissen wollen, wie wir bei Auftrittsangst vorgehen können, so rufen Sie uns einfach an unter 0221/2043 3893 oder nutzen Sie unser Kontaktformular – so können wir gemeinsam sehen, wie Sie in der Praxis für Lampenfieber Köln bestmögliche Unterstützung auf Ihrem Weg des Gelingens bezüglich „Auftrittsangst bei Musikern“ erhalten können.

Ralf Rosenbaum

– Praxis für Lampenfieber Köln –
Heilpraktiker (Psychotherapie)

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